Das neue Lieferportal Wolt aus Finnland möchte den deutschen Markt aufmischen

Seit Ende 2018 gibt es in Deutschland noch genau ein Portal für Lieferdienste, nämlich Lieferando. Nachdem zunächst einige Konkurrenten aufgekauft worden waren, konnten sich auch Konkurrenten wie Foodora und Deliveroo nicht mehr halten. Das soll sich durch Wolt ändern.

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Skandinavisches Liefer-Startup Wolt will Alternative zu Lieferando bieten

Nach eigenen Angaben möchte das 2014 gegründete Technologieunternehmen Wolt seinen Service in Deutschland schrittweise aufbauen. Bisher ist Wolt nur in einigen großen deutschen Städten wie Berlin, München, Hannover und Frankfurt verfügbar. Sobald Wolt sich dort etabliert hat sollen allerdings weitere Gebiete nachziehen. Ähnlich wie seinerzeit Foodora schließt Wolt Kooperationen mit ausgewählten Restaurants und übernimmt für diese die Auslieferung mit eigenen Fahrern. Dafür wird aktuell eine Liefergebühr zwischen 1,90€ und 2,90€ fällig, die direkt von Wolt einbehalten wird. Zusätzlich wird für gelistete Restaurants eine Provision pro Bestellung fällig.

Wolt beschäftigt etwa 1200 administrative Mitarbeiter, sowie um die 20.000 Kuriere, die in 23 Ländern und über 170 Städten Essen von über 300000 Restaurants ausliefern.

So will Wolt gegen Lieferando punkten

Wolt setzt im Kampf um den Liefermarkt auf Service und Qualität. Dabei stehen die Listung der beliebtesten Restaurants, serviceorientierter Kundendienst und schnelle Auslieferung im Fokus. Anders als bei Lieferando üblich, ist Wolt nicht primär Online Vermittler, sondern selbst Dienstleister. Durch den primären Einsatz eigener Wolt-Fahrer können Lieferungen gezielt gebündelt und koordiniert werden, um so das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Außerdem wird das Liefer-Business so auch für Restaurants attraktiv, die keine eigenen Kuriere beschäftigen möchten. Künftig will Wolt außerdem auch Lebensmittel und andere Waren gleich zum Mitbestellen anbieten.

Faire Arbeitsbedingungen für die Fahrer?

Wolt verspricht einen fairen Lohn plus zusätzliches Kilometerentgelt für die Kuriere. Außerdem soll es Boni bei guten Lieferergebnissen geben. Dabei betont Wolt die skandinavischen Wurzeln des Unternehmens, und das aus dem Wohlfahrtsstaat resultierende Bewusstsein um die Verantwortung für Kunden und Mitarbeiter. Angestellt sind die Fahrer bei Wolt selbst, ob es sich hier in Zukunft um eine Festanstellung oder primär um Minijobber handeln wird, ist allerdings unklar. Fest steht hingegen, dass die Kuriere bis auf Weiteres ihren eigenen PKW, Roller oder Fahrrad zur Auslieferung nutzen müssen.

Die Realität: Ähnliche Provisionen bei Wolt wie bei Lieferando

Was zunächst gut klingt, ist am Ende für Gastronomen dasselbe wie Lieferando, nur eben in blau: Auch bei Wolt sollen die Provisionen zwischen 20 und 30 Prozent liegen. Eine wirklich rentable Alternative sieht anders aus. Da helfen auch die Pandemie-bedingten Vergünstigungen von Wolt und Lieferando nur wenig. Von Seiten der Gastronomen wird bei beiden Anbietern bemängelt, dass die hohen Provisionen fast den gesamten Gewinn ausmachen und massiv in die Preisstruktur der Restaurants eingegriffen wird. Anders ausgedrückt: Die Gastronomen dürfen die Preise nicht anheben, um das Geschäft über die Portale rentabel zu machen. Im schlimmsten Fall muss dann an anderer Stelle, wie zum Beispiel den Zutaten, gespart werden. Unterm Strich rechnet sich die Listung nur für sehr wenige Restaurants. Auch wenn die Bestellungen zunehmen, sind die Provisionen doch enorm. Außerdem werden alle Kundendaten und die Kommunikation an Wolt und Lieferando übergeben. Restaurants in guter Lage und einem festen Kundenstamm sollten in Erwägung ziehen in einen eigenen Webshop mit Liefer- und ToGo Angebot zu investieren. Hier fallen keine Provisionen an und die Bindung zu den Stammkunden bleibt erhalten.

Kostengünstige Alternative zu Wolt und Lieferando: Selbstständig mit eigenem Shopsystem

Für Gastronomen, die unabhängig bleiben wollen und den Kontakt mit ihren Kunden selbst pflegen möchten, ist ein eigenes Shopsystem die Lösung. Nach dem Motto “Geld sparen und unabhängig werden”, haben schon viele Restaurants und Lieferdienste in den vergangenen Jahren den Schritt gewagt und sich mit dem ordersmart Shopsystem den Traum vom eigenen Web und App Shop verwirklicht.

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Durch Corona wollen Kunden verstärkt die lokale Gastronomie unterstützen

Das Konzept funktioniert. Lokale Lieferdienste und Restaurants mit eigenem Shopsystem behaupten sich auch ohne Lieferando und Wolt ausgezeichnet am deutschen Markt.  Gerade durch die Corona Pandemie und die #supportlocal Bewegung möchten viele Kunden die Restaurants in ihrer Region unterstützen.

Diesen Trend sollten Restaurants und Lieferdienste spätestens jetzt nutzen, um in einen eigenen Web Shop, und damit in die Zukunft ihres Unternehmens, zu investieren:

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